Adsense ist kaputt

28.03.2024

Mit betrügerischen Anzeigen bei Adsense hatten wir schon vor einigen Jahren Ärger. Ziemlich offensichtliche Maschen wie die falsche Viruswarnung von 2018 scheinen zwar verschwunden zu sein, dafür sind andere Betrugsanzeigen aufgetaucht.

Letztes Jahr hat sich ein Nutzer bei uns gemeldet, weil er sein Abo kündigen wollte. Nur: Kittysplit bietet gar keine Abos an. Schnell war klar, dass er auf eine betrügerische Anzeige hereingefallen war, die ihm beim Benutzen von Kittysplit auf dem Handy angezeigt wurde.

Wie der Nutzer reingelegt wurde

Die Masche ist simpel: Die Anzeige zeigt einen riesigen grünen START-Button und tut so, als gehöre sie zu Kittysplit. Der Button führt aber auf die Seite eines Drittanbieters, die nach den Kreditkartendaten fragt. Dort wird so getan, als wären die Kosten für einen Dienst von Kittysplit (z. B. fürs Schuldenbegleichen mit deinen Freunden oder für die Nutzung der Seite). Anfangs ist es kostenlos oder fast kostenlos, dann wird aber ein monatliches Abo zwischen 20 und 60 €/$/£ fällig, für einen Dienst, den der Nutzer nie haben wollte.

Hier ein Screenshot einer irreführenden Anzeige:

Beispiel für eine irreführende Anzeige

Als wir von dem Problem erfahren haben, haben wir schnell reagiert und solche Anzeigen im Adsense-Prüfcenter für Anzeigen blockiert. Eine Zeit lang schien das Problem damit gelöst, aber die Anzeigen kamen in immer neuen Varianten zurück: immer ein großer, knalliger Button mit START, WEITER, NÄCHSTER SCHRITT, DOWNLOAD oder so ähnlich.

Vor ein paar Monaten hat sich dann noch ein Nutzer gemeldet, der ebenfalls auf diese Anzeigen hereingefallen war. Also haben wir die irreführenden Anzeigen wieder und wieder blockiert. Wir haben viele Stunden damit verbracht, Tausende Anzeigen und Hunderte Werbekonten zu sperren, in der Hoffnung, dass das Problem damit gelöst ist. Aber es hörte einfach nicht auf, und egal wie oft wir diese Anzeigen blockiert haben, nach ein paar Tagen waren sie wieder da.

Warum wir keine Werbung mehr zeigen, um unsere Nutzer zu schützen

Es hat sich aber herausgestellt, dass man unmöglich alle schlechten Anzeigen erwischen kann, und vor Kurzem ist ein dritter Nutzer betrogen worden. Da war für uns das Maß voll, und wir haben letzten Monat alle Anzeigen abgeschaltet. Kittysplit ist jetzt also werbefrei (juhu), bis wir eine andere Werbelösung finden oder Adsense das Problem behebt. Wir wissen, dass sowieso niemand Werbung mag, aber wir sind auf die Werbeeinnahmen angewiesen, damit kostenlose Kitties für dich kostenlos bleiben.

Uns kostet das zwar Geld, weil die Werbeeinnahmen wegfallen, aber es ist uns wichtiger, unsere Nutzer vor Betrug durch unseriöse Werbetreibende zu schützen.

Aber warum passiert das überhaupt noch?

Die eigentliche Frage ist, warum Adsense diese Anzeigen immer wieder zulässt. Sie verstoßen eindeutig gegen die Adsense-Richtlinien (Falschdarstellung – Irreführendes Anzeigendesign): Anzeigen, bei denen Nutzer nur schwer erkennen können, dass sie es mit einer Anzeige zu tun haben, sind nicht erlaubt.

Warum liefert Adsense sie also trotzdem aus? Solche Anzeigen sollten ziemlich leicht zu erkennen und zu blockieren sein. Ach komm, wir haben 2024, ihr seid Google und habt KI und so. Dass jeder Websitebetreiber unzählige Stunden damit verbringt, jede Anzeige einzeln zu blockieren, jedes Mal, wenn sie nach ein, zwei Tagen wieder auftaucht, kann ja wohl keine Lösung sein. Google/Adsense muss das auf seiner Seite lösen!

Google behauptet, Anzeigen mit Machine Learning und KI zu blockieren. Aber selbst die einfachste KI im Jahr 2024 sollte doch locker einen dicken grünen Button mit „WEITER“ erkennen können. Trotzdem kommen die Anzeigen immer wieder.

Was ist los, Adsense?